"journey towards silence", ein Nachbericht

Zu zweit durch Raum und Zeit – Berner & Mütter im Neuen Saal Was gleich auffällt: Florian Berner & Bertl Mütter, sie hören einander gerne zu. Nicht nur darin ergänzen sie sich in nachgerade idealer Weise, nämlich auch, wie sie, ihn nutzend, den Raum sinnlich erkunden – das ist weit weniger banal, als es aufs erste scheinen mag: Während der eine mit seinem Bogen den Horizont von links nach rechts und wieder zurück absucht, patroulliert der andere mit dem Posaunenzug die y-Achse entlang in der Vertikalen. Da dies, wenn sie von Mal zu Mal auch scheinbar aufhebend, in der Zeit passiert, ist das Spiel von Berner & Mütter also alles andere als eine flache Sache – was sich bei ihrem »Stapellaufkonzert«, das das Konse die Freude hatte, präsentieren zu dürfen, aufs eindrucksvollste erwiesen hat. 
So kam es, dass, nach unerhört kurzen eineinhalb Stunden, die nach und nach (mit teils heftigsten Aufwühlungen – Ligeti, Bach, Mütters Schubert-Referenzen; besonders intensiv in der im Duo dargebotenen »Lamentatio« von Giovanni Solima) zur Stille sich neigenden Klänge in Mütters »Silence. J’entends mon oreille« (UA!), sowie im finalen, jedweder Schnörksel entkleidetem Bach-Choral dem erfreulich zahlreich erschienenen Publikum nichts anderes übrigzulassen schienen, als dass es sich, derart bewegt, regelrecht von den Stühlen erheben musste, langer Applaus. 
Ein denkwürdiger Abend. Wir dürfen hoffen, die beiden Ausnahmekünstler mit ihren so offenen Ohren gehen nicht verloren auf den Azoren.